Kurt-Seelmann-Wohngruppen

Individuelle und flexible Hilfen für junge Menschen

Die Kurt-Seelmann-Wohngruppen sind heilpädagogische und heilpädagogisch-therapeutische stationäre Angebote für Kinder und Jugendliche gemäß §§ 27ff, 35a und 41 SGB XIII sowie §§ 39, 40, 72 BSHG. Sie tragen den Namen des 1975 verstorbenen Psychotherapeuten, Direktors des Münchner Stadtjugendamtes und langjährigen Vorsitzenden des KINDERSCHUTZ MÜNCHEN, Kurt Seelmann.

Der KINDERSCHUTZ MÜNCHEN bietet eine heilpädagogische Wohngruppe in Karlsfeld und 3 heilpädagogisch-therapeutische Wohngruppen in Markt Indersdorf und München an sowie als weiterführende Maßnahme Sozialpädagogisch Betreutes Wohnen / Intensive Sozialpädagogische Einzelbetreuung in Dachau/Karlsfeld.

Die Angebote unseres ehemaligen Amalie-Nacken-Heims wurden in die Kurt-Seelmann-Wohngruppen integriert.

Die in unseren Wohngruppen lebenden Kinder und Jugendlichen haben die Möglichkeit, die Dr.-Elisabeth-Bamberger-Schule (staatlich anerkanntes privates Förderzentrum mit dem Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung) des KINDERSCHUTZ MÜNCHEN zu besuchen.


Zielgruppe / Zielsetzung

Wer kann in die Wohngruppen aufgenommen werden?

Wir nehmen Kinder und Jugendliche auf, die betroffen sind von
  • einer krisenhaften Lebensgeschichte
  • Gewalt- und Missbraucherfahrungen
  • dem Fehlen von verlässlichen Beziehungen, des Gefühls von Sicherheit und Vertrauen sowie positiven Identifikationsmöglichkeiten
und aufgrund ihrer bisherigen Lebenserfahrung den sozialen, emotionalen und leistungsmäßigen Anforderungen nicht entsprechen können.

Dies äußert sich in Symptomen wie:
  • Leistungsverweigerung
  • Schuleschwänzen
  • Lehrstellenabbruch
  • depressives und/oder agressives Verhalten
  • kriminellen Aktivitäten
  • Suchtgefährdung
  • Prostitutionsgefährdung
  • sozialer Randständigkeit
  • psychosomatischen Beschwerden

Ziele der Betreuung in unseren Wohngruppen sind u.a.

  • Aufbau befriedigender sozialer Bezüge
  • Abschluss der Schule und der Ausbildung
  • Integration ins gesellschaftliche Leben.

Angebote

Die Unterbringung erfolgt jeweils in einem Einfamilienhaus, in dem bis zu 8 junge Menschen in Einzelzimmern leben.

Wir stellen:

  • das heilpädagogische Milieu
  • heilpädagogische Fachkräfte (Heilpädagoginnen/-pädagogen, Dipl.-Sozialpädagoginnen/-pädagogen, zwei Dipl.-Psychologinnen)
  • Einzelfall- und Intensivbetreuung
  • psychologischer Fachdienst

Wir führen durch:

  • Sozialpädagogische Gruppenarbeit
  • erlebnis-/freizeitpädagogische Maßnahmen
  • genderpädagogische Gruppen
  • Elternarbeit

Ein geschützter Lebensrahmen als soziales Lernfeld

Die individuelle Lebensgestaltung in unseren Häusern lässt die Bewohnerinnen und Bewohner die Notwendigkeit von Regeln im Zusammenleben erfahren. Sie bietet den Rahmen zur gemeinsamen Bewältigung des Alltags. Durch die Übernahme von Aufgaben wie Küchendienst, Einkauf, Telefonabrechnung, Gartenarbeit u.a. sollen Arbeitsteilung und Verantwortung für die Gruppe erlernt werden.

Die überschaubare Größe der Wohngruppen lässt den schnellen Aufbau von gegenseitigem Vertrauen zu, bietet einen geschützten Lebensrahmen und erleichtert die Identifikation mit der Gruppe. Die Lage der Häuser in einer "normalen" Wohngegend eröffnet die Möglichkeit nachbarschaftlicher Beziehungen und bietet ein Lernfeld zur Lösung entstehender Konflikte.

Eltern werden in die Betreuung der Kinder und Jugendlichen mit einbezogen. Ob ein Kind bzw. ein Jugendlicher in seine Familie zurückkehrt, ist von der jeweiligen Entwicklung sowohl des jungen Menschen als auch seiner Eltern abhängig.

Als weiterführende Maßnahme

bieten wir in Dachau/Karlsfeld Sozialpädagogisch Betreutes Wohnen / Intensive Sozialpädagogische Einzelbetreuung (SBW/ISE) an.


Aufnahme

Wie kommt man zu uns?

Als Einrichtung der Kinder- und Jugendhilfe werden wir in der Regel von Jugendämtern, Beratungsstellen, Kliniken oder Tagesstätten angefragt. Erwartet wird von diesen Fachdiensten eine mündliche und schriftliche Vorinformation über den aufzunehmenden jungen Menschen.

Es folgt ein persönliches Vorstellungsgespräch mit dem jungen Menschen, der zuständigen Fachkraft des Jugendamtes, den Eltern und/oder anderen wichtigen Bezugspersonen. Dieses Gespräch soll Aufschluss über gegenseitige Bedürfnisse, Anforderungen und Erwartungen geben.

Das sich anschließende Probewohnen dient dazu, dass einerseits die/der Jugendliche das Leben in unserer Wohngruppe kennen lernt und andererseits die pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beurteilen können, ob der junge Mensch in die Gruppe passt.

Entscheiden sich dann nach mehrtägiger Bedenkzeit die Beteiligten für einen Einzug in die Wohngruppe, wird ein Vertrag über die Probezeit, Regeln, besondere Abmachungen und Ziele der Betreuung abgeschlossen.

Die Aufnahme erfolgt nach Vorliegen der Kostenübernahmeerklärung durch den zuständigen Träger der Jugendhilfe (Jugendamt). Für die anfallenden Kosten wird der von der Pflegesatzkommission genehmigte Tagessatz in Rechnung gestellt.


Kontakt

Any Pfleger

Bereichsleitung

Tel. 089 23 17 16 - 8111

a.pfleger(at)kinderschutz.de


Horst Zimmerer

Bereichsleitung

Tel. 089 23 17 16 - 8112

h.zimmerer(at)kinderschutz.de