17.12.2003 | kibs

Größerer Opferschutz für männliche Opfer sexueller Gewalt

kibs als einzige Kontakt-, Informations- und Beratungsstelle für männliche Opfer sexueller Gewalt in Deutschland hilft den Betroffenen

Pressemitteilung vom 17.12.2003

Dem öffentlichen Protest gegen die Entscheidung des Oberlandesgerichts München, den Haftbefehl gegen einen 64-jährigen Pädokriminellen aus München außer Vollzug zu setzen, schließt sich der Kinderschutz und Mutterschutz e.V. an.

Der gemeinnützige Jugendhilfe-Träger weiß, mit welchen traumatischen Erlebnissen gerade männliche Opfer sexueller Gewalt zu kämpfen haben. Bereits vor vier Jahren hat der Kinderschutz und Mutterschutz e.V. kibs eine Beratungsstelle für männliche Opfer sexueller Gewalt gegründet. Kibs ist auch heute noch bundesweit die einzige Stelle, die sich um männliche Opfer kümmert. Da die Beratungsanfragen von Betroffenen weiter stark ansteigen, fehlen dringend zwei Personalstellen, um diesen Bedarf auffangen zu können. Dies bedeutet für den Verein zusätzliche Kosten von über 100.000 €, die er ohne Unterstützung nicht bewältigen kann. „Die Proteste gegen diese skandalöse Gerichtsentscheidung sind ein erster Schritt. Jeder hat jetzt die Möglichkeit, den Opfern sexueller Gewalt direkt zu helfen: Durch eine Spende oder regelmäßige Beiträge im Rahmen einer Fördermitgliedschaft an kibs (Spendenkonto 7 818 300 / BfS 700 205 00, Empfänger: kibs)“, erklärt Ulrike Tümmler-Wanger, die Projektleiterin von kibs.

Die Beratungsstelle des Kinderschutz und Mutterschutz e.V. hilft den männlichen Opfern sexueller Gewalt durch persönliche Beratung, Begleitung und Krisenintervention. Bei anstehenden Gerichtsverhandlungen wird eine Prozessvorbereitung und –begleitung der Opfer angeboten. Alternativ zu der persönlichen und telefonischen Beratung werden auch die Zielgruppen-nahen Kommunikationsformen neuer Medien genutzt: Kontakt per E-Mail, sowie Foren- und Einzelberatung über das Internet unter www.kibs.de. Auch Eltern, Angehörige, Freunde und Freundinnen sowie weitere Bezugspersonen und Fachkräfte aus dem sozialen Hilfesystem erhalten von kibs Information, Beratung und Unterstützung.

Annette Gans