Beratungsstelle kibs bringt Erfahrungen in den Berliner "Runden Tisch Kindesmissbrauch" ein
Am Freitag, den 23. April 2010 lädt Bundesfamilien- ministerin Kristina Schröder erstmals zu einem Runden Tisch zum Thema „Kindesmissbrauch“ nach Berlin ein. Hieran sollen Vertreter der Familienverbände, Schul- und Internatsträger, beider großer Kirchen, der freien Wohlfahrtspflege und der Politik teilnehmen. Ziel des Runden Tisches ist es laut einer Meldung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend „Antworten auf drei Kernfragen [zu] finden:Welche Art der Hilfe und Unterstützung benötigen die Opfer? Was ist zu tun, wenn Übergriffe geschehen sind? Welche Faktoren fördern Übergriffe auf Kinder und Jugendliche und wie lassen sich diese vermeiden?“
An diesem Runden Tisch beteiligt sich auch Dr. Peter Mosser, Psychologe der Münchner Kontakt-, Informations- und Beratungsstelle für männliche Opfer sexueller Gewalt (kibs). Mosser arbeitet seit elf Jahren im Team der Beratungsstelle kibs, einem Angebot des Münchner Kinder- und Jugendhilfeträgers Kinderschutz e.V. 2009 veröffentlichte er die Studie "Wege aus dem Dunkelfeld - Aufdeckung und Hilfesuche bei sexuellem Missbrauch an Jungen". kibs hilft seit über zehn Jahren speziell sexuell missbrauchten Jungen und ist bayernweit die einzige Anlaufstelle dieser Art. Nicht nur die Opfer, sondern auch deren Angehörige und weitere Bezugspersonen - wie beispielsweise Lehrkräfte oder Erzieher/innen im Umfeld der Missbrauchsopfer - werden von kibs betreut und begleitet. Neben der Beratung Betroffener widmet sich kibs bereits seit Jahren auch der Sensibilisierung und der Schulung von pädagogischen Fachkräften sowie der deutschlandweiten Vernetzung mit anderen Beratungsstellen.
Diesbezüglich betonen die Fachberaterinnen und -berater von kibs auch immer wieder, dass Jungen und Mädchen, die sexuellen Missbrauch erleiden mussten, unterschiedliche, geschlechtsspezifische Hilfe benötigen. Es ist kibs daher auch ein Anliegen, die Tatsache deutlicher herauszustellen, dass in den jüngst aufgedeckten Missbrauchsfällen die überwiegende Anzahl der Opfer männlich ist. Dies muss sich insbesondere auf die derzeit und künftig angebotenen Hilfen, aber auch auf die Inhalte und die Art der geplanten Aufklärungs- und Präventionsmaßnahmen deutlich auswirken.
