22.05.2006 | Kreppe

"Kreppe" - seit 27 Jahren zentrale Anlaufstelle für Jugendsozialarbeit

Tag der Offenen Tür zeigt Vielfalt der Angebote für Kinder und Jugendliche

Pressemitteilung vom 22.05.2006

In den Räumen der "Kreppe" in Haidhausen wird seit 1979 stadtteilbezogene, integrative und präventive Jugendhilfe geleistet. Vor 27 Jahren wurde das Haus dem Kinderschutz und Mutterschutz e.V. von der Stadt zur Verfügung gestellt, um insbesondere Jugendliche der Abschlussklassen der umliegenden Haupt- und Förderschulen, sowie Jugendliche zu Beginn der Lehrzeit oder der Berufs- und Arbeitsfindung zu unterstützen.

Heute ist die Kreppe die zentrale Anlaufstelle für die Jugendsozialarbeit an Schulen, die Ganztagsbetreuung und die Berufsbezogene Jugendhilfe für vier Münchner Schulen.

Mit dem Tag der Offenen Tür am 19.05.2006 wurde gezeigt, wie heute an den Schulen und in der Kreppe selbst gearbeitet wird. Highlight des Tages war die Vorstellungen verschiedener Projekte des Kinderschutz und Mutterschutz e.V., die in und um die Kreppe angesiedelt sind. Beispielsweise das Ergebnis eines Arbeitsprojektes der Kirchenschule - das Schülercafé - das durch die Unterstützung von Aktion Mensch und durch die aktive Mithilfe der Jugendlichen verwirklicht werden konnte und den historischen Räumlichkeiten wieder neues Leben eingehaucht hat.

Die Kinder und Jugendlichen sind stolz auf ihr neues Schülercafé. Man spürt das, wenn sie erzählen, wie sie selbst angepackt haben, um die Räume gemütlich zu machen. Ihr Engagement hat dazu geführt, dass jeden zweiten Monat am Samstagabend das Schülercafé geöffnet ist. Der Ansturm dabei ist riesig, wie der Betreuer Christopher Schmidmeier berichtet: "Am letzten Wochenende waren ca. 40 Jugendliche hier. Erstaunlicherweise gab es beim anschließenden Aufräumen keinerlei Beanstandungen. Die Jugendlichen gehen sehr sorgfältig mit den Räumlichkeiten um, die sie schließlich selbst gestaltet haben."

Bei wunderschönem Sonnenwetter konnte das "Zirkusprojekt" mit Jugendlichen der Ambulanten Erziehungshilfe und der Schulsozialarbeit seine Künste auf dem Vorplatz der Kreppe zeigen. Nahtlos daran schloss sich die Aufführung der Tanzgruppe der Schule an der Dachauer Straße an, die mit ihrem Können die Zuschauer verzauberte.

Die Kicker von "Bunt kickt gut", der Fußballmannschaft der Wörthschule, nutzten den Vorplatz, um im WM-Jahr mit Ballgefühl und Showtalent zu glänzen. Nicht von ungefähr führen sie die Tabelle an, auch dank des Personaltrainers, der durch ein Projekt von Aktion Mensch gefördert wird.

In der Kreppe gaben derweilen die Berufsbezogene Jugendhilfe und die Schulsozialarbeit der verschiedenen Schulen den Interessierten einen lebendigen Einblick in ihre Arbeit.

Der rundum gelungene Tag der Offenen Tür wurde durch den hervorragenden Service und die exzellente Bewirtung der Schüler des Projekts Schülercafé und das phantasievolle Catering der Köchinnen aus der Ganztagsbetreuung abgerundet.

Beim offiziellen Teil wies die Leiterin der Kreppe - Ruth Schwab-Betz - auf die Pressemappe und die Projektbeschreibung von 1979 hin:

"Die Berufsprobleme der Jugendlichen sind also nur ganzheitlich und im Zusammenhang mit ihrer gegenwärtigen Lebenssituation und ihrer Lebensgeschichte zu sehen. [...] Diese Zusammenhänge fordern ein integriertes Konzept von Schule, Arbeit, Freizeit und sozialem Umfeld.

Für uns ist die Lernunfähigkeit und Lernunwilligkeit nicht nur als individuelles Problem zu sehen. Es ist vielmehr ein gesellschaftliches Problem, von dem die Zukunftschancen einer ganzen Generation abhängen."

Dies zeigt, dass die Arbeit der Kreppe an Aktualität nicht verloren hat. Der Geschäftsführer des Kinderschutz und Mutterschutz e.V. - Norbert Blesch - spannte den Bogen zur Rütli-Schule und der Bandenkrieg-Problematik in Berlin: "Warum ist ein solches Thema in München nicht so akut? Eine (vielleicht) verkürzte Antwort lautet: Die Vielfalt und "Versorgungsdichte" der sozialen Angebote und Leistungen für die Münchner Bürgerinnen und Bürger war in der Vergangenheit nicht schlecht. Dies hat zu einer relativ hohen präventiven Qualität des Gemeinwesens beigetragen und zahlt sich heute aus. [...] Ich bin mir nicht sicher, ob ich mittlerweile in der Vergangenheit reden muss, wenn ich auf München blicke. Ich bin mir allerdings sehr sicher, dass jeder Abstrich bei der vielfältigen sozialen Angebotsstruktur ein kleiner Schritt hin zu Berliner Verhältnissen ist. Und jeder dieser Abstriche wird uns langfristig teuer zu stehen kommen."

Der Tag der Offenen Tür in der Kreppe mit seinen vielfältigen Einblicken in die Arbeit der Jugendsozialarbeit an Schulen, der Ganztagsbetreuung und der Berufsbezogenen Jugendhilfe an vier Münchner Schulen hat deutlich gemacht, wie Schule eine Lebenswelt sein kann, die in ein Gemeinwesen eingebunden ist, und wo das Zusammenführen von Bildung, Betreuung und Erziehung gelingen kann.

Für Presseanfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung:

Annette Gans
Kinderschutz und Mutterschutz e.V.
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel. (089) 23 17 16 -9923
Mobil 0151 14 27 68 91
a.gans@kinderschutz.de
www.kinderschutz.de