Walter Wüst nach 28 verdienstvollen Jahren beim Kinderschutz e.V. verabschiedet
Angebote der Sozialregion Landkreis Dachau stehen vor Neuausrichtung
Am 31.03.2010 verlässt Walter Wüst den Verein und widmet sich nach 28-jähriger Tätigkeit beim Kinderschutz e.V. in Dachau neuen Herausforderungen: In Augsburg wird er künftig als Geschäftsführer des Bezirks Schwaben für den Paritätischen Wohlfahrtsverband tätig sein.
Wüst war zuletzt verantwortlich für die teilstationären und ambulanten Angebote des Kinderschutz e.V. im Landkreis Dachau: Heilpädagogische Tagesstätte, Schülerzentrum am Schloßberg, Job-in Dachau, Jugendsozialarbeit an den Hauptschulen Markt Indersdorf und Dachau-Süd sowie das zu Beginn des Schuljahres 2009/2010 neu geschaffene Projekt BVJ-kooperativ.
Der Weggang von Walter Wüst ist für den Kinderschutz e.V. nicht die einzige Veränderung, die der Verein in diesen Wochen und Monaten mit seinen Angeboten im Landkreis zu meistern hat.
So endet am 31.07.2010 die über 80-jährige Geschichte seiner Einrichtungen auf dem Gelände der Hermann-Stockmann-Straße in Dachau, auf dem zuletzt die Heilpädagogische Tagesstätte, das Amalie-Nacken-Heim und die Dr.-Elisabeth-Bamberger-Schule betrieben wurde. Nachdem aus Zeit- und Finanzierungsgründen das für Heim und Schule geplante Neubauvorhaben in Markt Indersdorf derzeit nicht wie geplant realisiert werden konnte, wird zur Zeit intensiv an Ersatzlösungen gearbeitet.
Die stationäre Betreuung der Kinder und Jugendlichen, die zur Zeit noch im Amalie-Nacken-Heim leben, wird in einzelnen Wohngruppen dezentralisiert fortgeführt. Hierzu erweitert der Kinderschutz e.V. das Angebot seiner Kurt-Seelmann-Wohngruppen, von dem bereits zwei Gruppen seit vielen Jahren sehr erfolgreich arbeiten. Zwei von drei hierfür notwendige Häuser sind bereits gefunden (eines in Altomünster, eines in Dachau). Für ein drittes Haus läuft die Suche auf Hochtouren.
Die Dr.-Elisabeth-Bamberger-Schule soll in angemieteten Räumen weitergeführt werden. Der Kinderschutz e.V. steht mit der Regierung von Oberbayern und einem potentiellen Vermieter in abschließenden Verhandlungen. Wenn alles glatt geht können in den nächsten Wochen Mietverträge für entsprechende Räume in Karlsfeld unterschrieben werden. In dem für die Schule geplanten Gebäudekomplex wird aller Voraussicht nach auch ausreichend Platz für die Unterbringung der Heilpädagogischen Tagesstätte sein. Die Begehung der möglichen HPT-Räume mit dem Kreisjugendamt und der Heimaufsicht steht allerdings noch aus.
Zwei weitere bisher von Wüst geleitete Projekte wird er leider in noch nicht abschließend geklärter Situation übergeben müssen:
Durch die Einführung von zwei Gruppen der Offenen Ganztagesbetreuung im Sonderpädagogischen Förderzentrum in Dachau mit Beginn des Schuljahres 2009/2010, steht die Finanzierung des Schülerzentrums im Umbruch, das der Kinderschutz e.V. mittlerweile im 12. Jahr anbietet. Welche Auswirkungen die zu erwartenden Änderungen auf das Engagement des Kinderschutz e.V. haben werden ist nach Einschätzung von Geschäftsführer Norbert Blesch zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht absehbar. Blesch steht in engem Kontakt mit der Jugendamtsleitung.
Ebenso offen ist nach seiner Auskunft die Zukunft des seit vielen Jahren etablierten und erfolgreichen Projektes zur Berufsorientierung "Job-in Dachau", ein Angebot nach § 421q SGB III, das gemeinsam von Landkreis und Agentur für Arbeit finanziert wird. Der Gesetzgeber in Berlin hat jedoch noch nicht über die Verlängerung dieses zeitlich befristeten Paragraphen über den 31.12.2010 hinaus entschieden.
Zur Frage der Nachfolge für Walter Wüst erklärt Blesch, dass diese Strukturfrage erst beantwortet werden können, wenn die offenen Fragen geklärt sind und klar ist, wie die einzelnen Angebote in Zukunft aufgestellt sein werden. Blesch verschafft sich zur Zeit selbst einen Gesamtüberblick über den Stand der einzelnen Angebote. Hierzu werden Gespräche mit den Kooperationspartnerinnen und -partnern sowie mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern geführt. Danach wird über die Nachfolge von Wüst entschieden.
Die Leitungsfrage für die Angebote des Amalie-Nacken-Heims und der Dr.-Elisabeth-Bamberger-Schule ist hingegen geklärt. Durch die geplante Überführung der Arbeit des Amalie-Nacken-Heims in die Kurt-Seelmann-Wohngruppen wird die in Markt Indersdorf lebende und seit über 12 Jahren zuständige Leiterin der Wohngruppen Bettina Scherm verantwortlich sein. Schulleiter ist Rektor Klaus Funke.
