11.11.2011 | Verein

Leere Büros

Gesellschaftliche Verantwortung

Bericht im Wirtschaftskurier, Ausgabe November 2011

Schule macht keinen Spaß – von wegen: Der zweite Volunteering Day von Telefónica, an dem sich 10 000 Mitarbeiter weltweit in sozialen Projekten engagierten, bewies das Gegenteil.

In Deutschlands Schulen herrscht an Freitagnachmittagen oft gähnende Leere. Doch an der Wörthschule in München war am 7. Oktober ungewöhnlich viel Betrieb. Mit Farbkübeln und Pinseln bewaffnet liefen Jungen und Mädchen in Schutzanzügen durch die Gänge. Andere wiederum sägten und bohrten in den Klassenzimmern oder übten bei Rollenspielen die Aufnahme von Bestellungen fiktiver Restaurantgäste.

Ähnlich eifrig dürfte es zum selben Zeitpunkt auch an anderen Orten in Deutschland und rund um den Globus zugegangen sein. Denn das spanische Mobilfunkunternehmen Telefónica veranstaltete an diesem Datum seinen zweiten Volunteering Day, an dem rund 10 000 Mitarbeiter freiwillig Kinder- und Jugendpro-jekte unterstützten. Auf große Resonanz stieß diese Aktion, die bereits zum zweiten Mal stattfand, auch bei Telefónica Germany. Hierzulande verließen rund 400 Mitarbeiter ihre Büros, um 29 Pro jekte in fünf Städten tatkräftig zu begleiten. "Unsere Leute nehmen dieses Angebot extrem gut an. Wir hatten uns vorgenommen, in diesem Jahr 15 % unserer Belegschaft dafür zu gewinnen, sich für mindestens einen Tag zu engagieren. Dieses Ziel haben wir schon jetzt erreicht", freute sich Joachim Kugoth, Managing Director Human Resources.

Corporate Responsibility gehört bei Telefónica schon seit Längerem zur Unternehmenskultur. Vorbild für die europäischen Aktivitäten, die unter dem Namen "Think Big" gebündelt werden, ist das Telefónica-Programm Pro nino, mit dessen Hilfe in Südamerika 246 500 junge Menschen eine Schule besuchen konnten.

Mitarbeiter sind stolz auf das Engagement

Das mehrjährige europäische Programm hat eine etwas andere Stoßrichtung und fördert in verschiedenen, über das Jahr verteilten Projekten das lokale Engagement und die Medienkompetenz von Jugendlichen. Für Telefónica sind solche Aktion auch intern von großer Bedeutung. "Wir glauben sehr stark an die emotionale Beziehung zwischen unseren Mitarbeitern und der Firma. Nur wenn diese stimmt, sind sie bereit, sich voll einzusetzen. Unsere Mitarbeiter sind stolz darauf, dass Telefónica Verantwortung übernimmt und ihnen die Möglichkeit gibt, sich zu engagieren", erklärt Kugoth.

In der Wörthschule halfen die Freiwilligen den Schülern unter anderem dabei, die Wände des Schulcafés zu streichen und neue Möbel zusammenzubauen. Außerdem konnten die Jungen und Mädchen unter ihrer Anleitung einen Fähigkeits-Parcours durchlaufen und sich Anregung für die Berufswahl holen. "Neben der praktischen Hilfe finanzierte Telefónica den Kauf von Materialien, die für dieses Projekt notwendig waren. Dafür sind wir sehr dankbar", sagte Anja Hunsinger vom Kinderschutz e.V., der sich an der Hauptschule um die Sozialarbeit kümmert und den Tag mitgestaltete.

Daniel G. Medhin, Wirtschaftskurier