Beratungsstelle kann im Februar starten
Fürstenfeldbruck - Die Beratungsstelle für jugendliche Opfer sexueller Gewalt kann starten. Seit einem Jahr stehen dafür 25 000 Euro bereit. Aber erst jetzt konnten Trägerorganistionen gefunden werden.
Jahrelang hatten die Grünen die Fachberatungsstelle gefordert, im November 2006 war es soweit: Der Kreistag stimmte dem Ansatz zu. Doch passiert ist nichts es war kein geeigneter Träger zu finden. Erst jetzt ist die Suche von Erfolg gekrönt und die entsprechenden Verträge mit den Vereinen Imma und Kibs können geschlossen werden.
Bislang scheiterte das Vorhaben am Geld, berichtet Kreisjugendamtsleiter Peter Schmelzer. Mit Imma (Kontaktstelle für Mädchenarbeit), und Kibs (Beratungsstelle für männliche Opfer sexueller Gewalt, Kinderschutz und Mutterschutz) ist es nun gelungen, zwei Träger zu finden, die geschlechtsspezifisch arbeiten und auch in München tätig sind.
Die Beratungsstelle, die voraussichtlich im Februar in Fürstenfeldbruck startet, soll präventiv wirken. Denn ein nicht verarbeitetes Trauma belastet die Opfer noch lange. "Es kostet die Betroffenen enorme Überwindung, darüber zu sprechen", sagt Schmelzer. Auch wegen der Täter. "Wenn einem Grundschüler vom Täter eingetrichtert wird, er dürfe nichts über dieses Geheimnis sagen, weil sonst etwas Schlimmes passiert, ist das eine extreme Einschüchterung." Eine Verletzung im doppelten Sinn, wie der Jugendamtsleiter meint: erst der Missbrauch, dann die Einschüchterung. An dieser Stelle soll die Beratung ansetzen und mit Öffentlichkeitsarbeit dazu beitragen, das Tabu aufzubrechen.
