Bau der Ganztags-Förderschule verzögert sich
Während der Zuschussverhandlungen sind die Baupreise gestiegen, jetzt fehlen Verein Kinderschutz 3,9 Millionen Euro
Landkreis - Der Bau der geplanten Ganztags-Förderschule des Vereins Kinderschutz in Indersdorf verzögert sich. Weil während der langwierigen Zuschussverhandlungen die Baupreise gestiegen sind, fehlen dem Verein jetzt 3,9 Millionen Euro. Lösungen erhofft sich Kinderschutz-Geschäftsführer Norbert Blesch von der heutigen „Geberkonferenz” mit Kultus- und Sozialministerium. „Wir sind zuversichtlich”.
Für die geplante Ganztagsschule mit Wohnheim für sozial auffällige Kinder und Jugendliche entwickelte der Verein Kinderschutz ein Konzept, das in neuartiger Weise zwei Bereiche zusammenbringt, die bisher juristisch und finanziell streng getrennt sind: Jugendhilfe und Förderschule. Weil dieses Kooperationsmodell nicht in bewährte Förderrichtlinien passt, gerät nun der Zeitplan und sogar das gesamte Projekt in Gefahr. Denn Zuschüsse für das mit 25,9 Millionen Euro Gesamtkosten veranschlagte Projekt werden getrennt nach Schule und Heim bewilligt. Für den 6,2-Millionen-Kostenanteil für das Wohnheim liegt der Förderbescheid längst vor. Die Verhandlungen über die 19,6 Millionen Euro Schulanteil mündeten jetzt nach 30 Verhandlungsmonaten in einen öffentlich-rechtlichen Vertrag, der alle Kosten als förderfähig anerkennt. „Zwei Jahre verhandelt für nichts und wieder nichts”, kommentiert Kinderschutz-Geschäftsführer Norbert Blesch.
Trotz des Erfolgs erzeugt die lange Verhandlungsdauer neue Probleme: Seit 2006, als das Projekt geplant wurde, sind die Baukosten stark gestiegen. Blesch rechnet mit Mehrkosten von 3,9 Millionen Euro. Die kann der Verein nicht auffangen, denn bereits jetzt wurden für Planungskosten drei Millionen Euro Vereinsgelder in die geplante Ganztags-Förderschule gesteckt. „Mehr ist einfach nicht drin”, stellt ganz entschieden Kinderschutz-Vorsitzender Gernot Wiegand fest.
Aufgrund der langen Zuschuss-Verhandlungen gerät auch der Zeitplan aus den Fugen: Statt 2009 wird die Schule mit Wohnheim frühestens 2011 fertig. Doch das Grundstück, auf dem die bestehende Elisabeth-Bamberger-Schule samt Amalie-Nacken-Heim für 65 Schüler und 40 Heimkinder steht, ist bereits verkauft und soll 2009 geräumt werden. „Wir suchen nach Zwischenlösungen”, sagt Blesch. Scheitert das Projekt, gerät der Landkreis in eine Zwangslage; er müsste seine Kinder, die bisher in Heim und Schule betreut werden, selbst versorgen.
Noch gibt sich Blesch optimistisch, doch ist die Geduld auf Seiten des Kinderschutz-Vereins begrenzt. „Wir können das Spiel nicht länger mitmachen.” Ende November wird der Kinderschutz-Vorstand eine endgültige Entscheidung über das Projekt fällen, bis dahin muss die Finanzierung stehen. Dazu müssten sich Sozial- und Kultusministerium heute zu weiteren Zuschüssen bereit erklären. „Ich gehe davon aus, dass wir es schaffen”, sagt Blesch.
