29.11.2008 | Verein | Paulihof

Der Merkur hilft wieder in der Heimat

"Der Merkur hilft Kindern"

Bericht im Münchner Merkur vom 29.11.2008

Pünktlich zum ersten Advent starten der Münchner Merkur und seine Heimatzeitungen ihre Spendenaktionen. Mit Ihren Spenden, liebe Leser, unterstützen Sie soziale Projekte in der Region und helfen, die Not bedürftiger Menschen zu lindern.

München/Unterbernbach – Bei der Spendenaktion des Haupthauses – „Der Merkur hilft Kindern“ – ist erneut der Kinderschutz e.V. unser Partner. Der gemeinnützige Verein, der bereits 1901 gegründet wurde, ist ein anerkannter freier Träger der Jugendhilfe in München. Mehr als 300 hauptamtliche Mitarbeiter engagieren sich für junge Menschen und ihre Familien. Mit Ihren Spenden will unsere Zeitung Projekte für bedürftige Kinder unterstützen. Eines dieser Projekte ist der Paulihof in Unterbernbach im Kreis Aichach-Friedberg.

Auf dem Paulihof, einem umgebauten Bauernhof, leben derzeit acht Kinder, die schwerst traumatisiert sind. Sie wurden gedemütigt, geschlagen, sexuell missbraucht. Mit Hilfe von Tieren sollen sie wieder lernen, Vertrauen zu fassen. Tanja*, ein inzwischen 13-jähriges Mädchen, hat das geschafft.
 
Sie war zwölf, als sie kam. Mitarbeiter des Jugendamts hatten Tanja zum Paulihof gebracht. Tanja wäre am liebsten wieder abgehauen, sie wollte nicht „in diesem Scheißheim“ bleiben. Sie schrie, sie schlug um sich. Niemand durfte ihr zu nahe kommen. Tanja hatte Angst.
 
„Alle unsere Kinder haben schwere Geschichten hinter sich“, sagt Ulrike Heigenmooser, die den Paulihof leitet. Doch die wenigsten sprechen darüber. Sie schotten sich ab, gehen auf Distanz. Es dauert oft Monate, bis sie anfangen, zu erzählen – denn ihre Geschichten handeln von Zurückweisung, von Schlägen, von sexueller Gewalt.
 
Auch Tanja wurde verprügelt. Ihre Mutter ist psychisch krank, sie fühlte sich mit Tanjas Erziehung überfordert. Sie wollte alles richtig machen, doch dann rebellierte das Kind – Tanjas Mutter flippte aus, immer wieder. Und Tanja war ständig auf der Hut: „Was kommt als Nächstes?“ In der Nacht konnte Tanja nicht schlafen, am Tag schlief sie auf der Schulbank ein. Ihre Lehrer benachrichtigten das Jugendamt. Die Verantwortlichen entschieden, Tanja müsse von daheim weg. Seit mehr als einem halben Jahr ist sie nun auf dem Paulihof. Sie hat Fortschritte gemacht, sagen ihre Betreuer. Sie ist nicht mehr aggressiv, provoziert keinen Streit mehr, tritt nicht um sich. Ohne die Tiere hätte sie das nicht geschafft.
 
Mehr als 60 Tiere leben auf dem Paulihof: Hunde, Katzen, Schweine, Ziegen, Esel und Ponys. Die Kinder versorgen diese Tiere – und lernen dabei, Verantwortung zu übernehmen. „Wenn man ein Tier nicht füttert, verhungert es“, sagt Heigenmooser. Das verstehen die Kinder.
 
Tanja weigerte sich am Anfang, ein Pony zu versorgen. Sie wollte nicht mit den anderen Kindern den Stall ausmisten. Das Tier sei ihr egal, sagte sie. Doch dann, in einem Augenblick, in dem sie glaubte, niemand sehe sie, streckte sie die Hand aus und streichelte dem Pony über den Kopf. Dann kuschelte sie sich an sein Fell. Sie spürte Nähe und hatte keine Angst – nach langer Zeit das erste Mal. „Ein Tier ist unvoreigenommen“, sagt Heigenmooser. „Es nimmt dich so, wie du bist. Du musst keine Erwartungen erfüllen.“ Auf diese Weise lernte Tanja, wieder Vertrauen zu entwickeln. Immer öfter kam sie in den Stall. Inzwischen hilft sie sogar den anderen Kindern bei deren Arbeit.
 
Die Tiere sind für die Kinder Therapeuten. Doch diese Therapeuten kosten viel Geld. „Aber nur durch sie schaffen es unsere Kinder, ihre seelischen Verletzungen irgendwann zu überwinden“, sagt Heigenmooser.
 
*Name geändert

Barbara Nazarewska, Münchner Merkur

Paulihof
Wie dieser Bub kuscheln sich viele Kinder auf dem Paulihof an "ihre" Tiere. Sie spüren Nähe und haben keine Angst mehr. "Ein Tier ist unvoreigenommen", sagt Ulrike Heigenmooser, die den Paulihof leitet. "Es nimmt dich so, wie du bist. Du musst keine Erwartungen erfüllen."

Weihnachtsaktion

Hier lesen Sie die ganze Seite (PDF) zur "Weihnachtsaktion" aus dem Münchner Merkur vom 29./30.11.2008

Liebe Leser!

Jedes Jahr haben Sie mit Ihren zahlreichen Spenden die Weihnachtsaktion „Der Merkur hilft Kindern“ unterstützt. Sie haben die Not bedürftiger Kinder gelindert und Sie haben diesen Kindern neue Perspektiven gegeben. Auch mit der diesjährigen Aktion wollen wir gemeinsam mit der Sparda-Bank München eG Kindern aus Oberbayern helfen – Kindern, die aus sozial benachteiligten Familien kommen, von Armut, Verwahrlosung und Gewalt betroffen sind. Um diese Kinder kümmert sich der Kinderschutz e.V., unser Partner der diesjährigen Aktion. Helfen Sie auch in diesem Jahr durch Ihre Spende. Damit schenken Sie vielen Kindern Hoffnung und ermöglichen ihnen eine Zukunft.

Spendenkonto
47 11 505
Sparda-Bank München eG
BLZ 700 905 00

Empfänger
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