"Kinderarmut wächst" - 4 Fragen an Norbert Blesch
"Der Merkur hilft Kindern"
Norbert Blesch ist Geschäftsführer des Kinderschutz e.V., eines anerkannten freien Trägers der Jugendhilfe in München. "Kinder werden gesellschaftlich abgehängt", warnt er im Interview mit unserer Zeitung.
Kinderarmut und Hartz IV stehen im engen Zusammenhang. Würden Sie Hartz IV abschaffen?
Ich bin kein Gegner von Hartz IV. Aber es ist eine Tatsache, dass viele Familien seit der Einführung mit deutlich weniger Geld auskommen müssen. Eine vierköpfige "Hartz-IV-Familie" hat heute rund 1100 Euro pro Monat zur Verfügung – und damit soll sie auch Rücklagen bilden für Notfälle, etwa wenn die Waschmaschine kaputtgeht. In solchen Situationen springt oft der Kinderschutz e.V. ein, weil diese Menschen keinen Cent mehr haben.
Früher sind diese Menschen zum Sozialamt...
Und haben gemeldet: "Wir brauchen eine neue Waschmaschine." In vielen Städten kam dann ein Sozialarbeiter in die Wohnung und hat überprüft, ob tatsächlich Bedarf besteht. Ganz beiläufig hatten die Hausbesuche einen wichtigen Effekt: Der Sozialarbeiter konnte sich ein Bild davon machen, ob die Kinder vernachlässigt wirken oder ob Hinweise auf Missbrauch zu erkennen sind. Dieses "Frühwarnsystem" ist jetzt jedoch hinfällig.
Sind Sie der Meinung, dass man heute Kindern zu spät hilft?
Ja. Wenn’s gut läuft, melden sich die Eltern beim Jugendamt und bitten um Hilfe. Wenn die Kommune aber knapp bei Kasse ist, kann es passieren, dass die Familie nicht zwangsläufig die richtige, sondern nur die kostengünstigste Hilfe erhält – etwa einen Besuch bei einer Erziehungsberatungsstelle. Nach Wochen stellt sich heraus, dass das Kind am besten in eine heilpädagogische Tagesstätte sollte. Dort treten Probleme auf, das Kind kommt ins Heim...
Was wäre von Anfang an sinnvoller gewesen?
Je nach Problemlage wäre es besser, wenn das Kind sofort eine Zeit lang ins Heim kommt und parallel intensiv mit den Eltern gearbeitet würde. Die Eltern müssen oft erst lernen, was Familienleben bedeutet: dass man zusammen isst, sich unterhält, einen Tagesrhythmus entwickelt. Was nützt es, wenn das Kind nach Hause zurückkommt, aber sich daheim nichts geändert hat? Dann gehen alle Probleme wieder von vorne los.
Barbara Nazarewska, Münchner Merkur
Weihnachtsaktion
Hier lesen Sie die ganze Seite (PDF) zur "Weihnachtsaktion" aus dem Münchner Merkur vom 24.12.2008
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Jedes Jahr haben Sie mit Ihren zahlreichen Spenden die Weihnachtsaktion „Der Merkur hilft Kindern“ unterstützt. Sie haben die Not bedürftiger Kinder gelindert und Sie haben diesen Kindern neue Perspektiven gegeben. Auch mit der diesjährigen Aktion wollen wir gemeinsam mit der Sparda-Bank München eG Kindern aus Oberbayern helfen – Kindern, die aus sozial benachteiligten Familien kommen, von Armut, Verwahrlosung und Gewalt betroffen sind. Um diese Kinder kümmert sich der Kinderschutz e.V., unser Partner der diesjährigen Aktion. Helfen Sie auch in diesem Jahr durch Ihre Spende. Damit schenken Sie vielen Kindern Hoffnung und ermöglichen ihnen eine Zukunft.
Spendenkonto
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Sparda-Bank München eG
BLZ 700 905 00
Empfänger
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