Wir sparen an der falschen Stelle - 4 Fragen an Norbert Blesch
"Der Merkur hilft Kindern"
Weil die Kommunen immer mehr sparen, kommt immer weniger bei Familien mit Kindern an. "Wir machen uns Sorgen", sagt Norbert Blesch. Er ist Geschäftsführer des Kinderschutz e.V., eines anerkannten freien Trägers der Jugendhilfe in München. "Wenn sich dieser Trend fortsetzt, werden wir Kinder aus schwierigen Verhältnissen nicht mehr individuell fördern können."
Sie kritisieren massiv, dass Kindern zu spät geholfen wird. Warum ändert sich daran nichts?
Weil wir seit Jahren an der falschen Stelle sparen. Wir investieren viel Geld, um ein Kind im Heim unterzubringen. Aber wir denken kaum darüber nach, was zu dieser Heimunterbringung geführt hat. Wir müssen uns stärker auf eine Frage konzentrieren: Wie hätten wir – zu einem früheren Zeitpunkt! – diesem Kind und seiner Familie besser helfen können?
Wirksame Förderung junger Menschen und ihrer Familien ist kostspielig...
...und deshalb sind wir immer mehr auf Spenden angewiesen! Wirksamkeit erreichen wir erst, wenn wir die Bildungs- und Hilfesysteme nicht gegeneinander ausspielen. Wir brauchen die Förderung im Kleinkindalter, aber auch die hoch intensive Betreuung – etwa in einer Heimeinrichtung. Bei sozialen Projekten zu sparen, ist eine Milchmädchen-Rechnung. Wir müssen vernachlässigte Kinder so früh wie möglich fördern, ihnen Perspektiven bieten für die Zukunft, andernfalls liegen sie später dem Staat auf der Tasche.
Warum steigt der Bedarf an Förderung?
Weil immer mehr Eltern mit ihren Kindern überfordert sind. Es ist daher wichtig, die Eltern in die Arbeit einzubeziehen. Wir können über Spendenmittel zum Beispiel einen Nähkurs für junge Mütter finanzieren. Ich weiß, das hört sich mehr nach Volkshochschule an als nach einem sozialen Projekt. Dahinter steckt aber viel mehr. Dieser Kurs stärkt auf spielerische Weise die Frauen in ihrem Selbstbewusstsein. Viele stellen erstmals wieder fest, dass sie etwas können. Und das stärkt sie in ihrer Erziehungsfähigkeit.
Welche Art der Förderung ist besonders wichtig?
Die Devise muss lauten: Je früher, umso besser. Wir müssen mit den Angeboten der Kinder- und Jugendhilfe die Regelsysteme durchdringen, denn unser dreigliedriges Schulsystem bewirkt, dass ein Teil der Schüler abgeschoben wird: in Haupt- und Förderschulen. Unsere Kinder werden gespalten: In die, die mit unserem immer schneller werdenden Bildungssystem mithalten können – und jene, die auf der Strecke bleiben.
Weihnachtsaktion
Hier lesen Sie die ganze Seite (PDF, 1,8 MB) zur "Weihnachtsaktion" aus dem Münchner Merkur vom 24./25./26./27.12.2009
Alle Artikel können Sie auch nachlesen unter www.merkur-online.de/weihnachtsaktion
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Jedes Jahr haben Sie mit Ihren zahlreichen Spenden die Weihnachtsaktion „Der Merkur hilft Kindern“ unterstützt. Sie haben die Not bedürftiger Kinder gelindert und Sie haben diesen Kindern neue Perspektiven gegeben. Auch mit der diesjährigen Aktion wollen wir gemeinsam mit der Sparda-Bank München eG Kindern aus Oberbayern helfen – Kindern, die aus sozial benachteiligten Familien kommen, von Armut, Verwahrlosung und Gewalt betroffen sind. Um diese Kinder kümmert sich der Kinderschutz e.V., den wir auch in diesem Jahr wieder unterstützen. Helfen Sie auch in diesem Jahr durch Ihre Spende. Damit schenken Sie vielen Kindern Hoffnung und ermöglichen ihnen eine Zukunft.
Spendenkonto
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BLZ 700 905 00
Empfänger
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