Münchner Manifest 2021

MuenchnerManifest_2021

Münchner Manifest: Für ein sicheres soziales Netz – kein Sparen im Sozialen!

28. Juli 2021 – Am Mittwoch wurde das aktuelle Münchner Manifest der Bündnisse Sozialpolitisches Forum München, Bündnis München Sozial und Sozialpolitischer Diskurs München von den Bündnisvertreter*innen Andrea Betz, Karin Majewski, Dr. Anna Laux, unserer geschäftsführenden Vorständin, und Norbert Huber unterzeichnet und präsentiert.

Die soziale Infrastruktur muss gesichert und ausgebaut werden, um den Mehrbedarf aufgrund der Folgen der Corona-Pandemie zu bewältigen.

Besonders für Kinder und Jugendliche muss das Angebot nicht nur erhalten, sondern dringend ausgebaut werden. Denn sie gehören zu den absoluten Verlierer*innen der Corona-Pandemie: Die Kita- und Schulschließungen haben sie in häusliche Isolation und in Einsamkeit gezwungen, das so wichtige soziale Miteinander mit Gleichaltrigen war kaum noch möglich. Mangels ausreichender technischer Ausstattung und Unterstützung zuhause waren viele Kinder und Jugendliche von wesentlichen Bildungsinhalten ausgeschlossen bzw. nur sehr eingeschränkt versorgt. Gewichtszunahme aufgrund von Bewegungsmangel, gesundheitliche Probleme, psychische Belastungen sind nur einige Folgen. Viele machen sich Sorgen um ihre schulische oder berufliche Zukunft. Kinder und Jugendliche aus sozial benachteiligten Familien und Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund sind besonders betroffen.

Häusliche und sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Jugendliche haben während der Lockdowns zugenommen, die Jugendämter melden neun Prozent mehr Kindeswohlgefährdungen in 2020. Die Erziehungsberatungsstellen stellen einen Anstieg der Beratungsanfragen in Höhe von 20 Prozent fest. Die Kinder- und Jugendpsychiatrien können nur noch die dringlichsten Fälle versorgen. Sie diagnostizieren eine deutliche Zunahme an depressiven Episoden, Angst- und Erschöpfungszuständen.

Gerade aufgrund dieser Ausnahmesituation benötigen Kinder, Jugendliche und ihre Familien mehr denn je das vollumfängliche Angebot der sozialen Infrastruktur in unserer Stadt.

Die Auswirkungen von Kurzarbeit, Verlust des Arbeitsplatzes oder nicht möglicher Ausübung selbstständiger Tätigkeiten sind erheblich. Besonders hart trifft die Corona-Krise die Geringverdiener*innen. Mehr als zwei Drittel von ihnen leiden unter den wirtschaftlichen Folgen der Pandemie, aber auch Normalverdiener*innen sind überdurchschnittlich stark betroffen. Mindestens vier von zehn Haushalten in München haben durch Corona starke Einkommenseinbußen. Mehr als die Hälfte aller Verbraucher*innen reduzieren ihre Ausgaben für Konsum und Lebenshaltung. Jede*r Vierte lebt mit der Angst, in den nächsten zwölf Monaten bestehenden Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen zu können. Besonders sorgen sich die Münchner*innen darum, ob sie Ausgaben für Haus oder Wohnung sowie die Miete noch aufbringen können.

Das Manifest ruft Bund und Land dazu auf, die Kommunen finanziell zu entlasten und eine verlässliche Unterstützung für die Menschen vor Ort zu gewährleisten. Das soziale Netz muss bedarfsgerecht ausgebaut und die kommunalen Haushalte müssen ausreichend und zukunftssicher finanziell ausgestattet sein. Es darf keine Einsparungen im Personalhaushalt der Sozialen Arbeit geben - weder bei den freien Trägern noch bei der Stadt.

Lesen Sie das

im Wortlaut.

Hier finden Sie den aktuellen Pressebericht in der Süddeutschen Zeitung.