Online-Veranstaltung

Gespräch junge Männer

Online-Podiumsdiskussion „Heimat?! Das ist Frieden und Nutella“

18. März 2021 – Zusammen gegen Rassismus. Das Motto der diesjährigen Internationalen Wochen gegen Rassismus setzt auf Solidarität, Vielfalt und Menschenwürde. Wie kann eine vielfältige (Stadt-) Gesellschaft gelingen, in der alle Menschen ihren Platz – ihre Heimat – finden, sich wohl fühlen und sicher sind? Die Frage bot umfangreichen Diskussionsstoff für unsere Expert*innen und Fachkräfte.

Der Abend startete mit Ausschnitten aus unserem Dokumentarfilm „Heimat?! Das ist Frieden und Nutella“. Der Film war 2018 während eines Ferien-Workshops in unserem HeideTreff Nachbarschaftstreff und im Familienzentrum entstanden.

Im Anschluss ist Nina Diemer, Sozialpädagogische Fachberatung beim KINDERSCHUTZ MÜNCHEN, mit Fachkräften und Expert*innen in den Diskurs gegangen. Mit dabei: Dr. Miriam Heigl von der Fachstelle für Demokratie der Landeshauptstadt München und Hamado Dipama, Migrationsbeirat der Landeshauptstadt München, sowie Julia Cholewa, Teamleitung unseres HeideTreff Familienzentrums, der Produzent unseres Dokumentarfilms, Holger Gutt, und viele Münchner*innen, die der Veranstaltung online folgten.

Mehr Partizipation für alle

Eine besorgniserregende Zahl: Hasskriminalität aufgrund der Herkunft ist allein im vergangenen Jahr um 38 Prozent gestiegen. Umso wichtiger ist eine aktive Partizipation aller. "Sie macht uns stark für die Zukunft", erklärte Dr. Miriam Heigl.

Begegnungsorte für alle sind essentiell für ein gutes, friedliches Miteinander. Soziale Angebote direkt im Stadtviertel bringen Menschen in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft zusammen, egal woher sie „ursprünglich“ kommen. Sinnvoll wäre daher der weitere Ausbau von niedrigschwelligen sozialräumlichen Angeboten. Weitere konkrete Ansatzpunkte sind beispielsweise eine deutlichere Abbildung von Diversität in Kinder- und Schulbüchern oder eine Hinterfragung des Begriffs „Migrationshintergrund“ - nicht nur in städtischen Statistiken.

Hamado Dipama betonte die derzeit eher niedrige Anzahl an Lehrkräften mit Migrationshintergrund. Kindern und Jugendlichen fehlen die Vorbilder, wenn Vielfalt an Schulen nicht sichtbar ist. Mehr Vielfalt in staatlichen Stellen wie Schulen, Kitas, Bibliotheken oder Ämtern würde die Gesellschaft realistischer abbilden und mehr Inklusion ermöglichen.

Vielfalt muss selbstverständlich werden!

Gelebte Vielfalt bedeutet, auf Menschen zuzugehen. Unsicherheit, Ängste, sprachliche Barrieren spielen dabei eine große Rolle, beiderseitige Offenheit fördert das Miteinander. „Jeder Mensch ist ein Individuum. In unseren Nachbarschaftstreffs fragen wir, was Kinder und Erwachsene konkret brauchen“, erzählte Julia Cholewa.

Es geht darum, sich aufeinander einzulassen, persönliche Vorurteile zu hinterfragen, vielfältig zu denken und individuell auf Menschen zuzugehen - ganz selbstverständlich. Vermeintlich gut gemeinte Kommentare wie „Du sprichst aber gut deutsch…“ können ein Gespräch schnell im Keim ersticken.

Offen und couragiert für ein friedliches Miteinander

Das Thema muss in diesen Zeiten angesichts steigender populistischer Tendenzen, angesichts dramatischer Anschläge im vergangenen Jahr und zunehmender antisemitischer und rassistischer Übergriffe durchdringen! Jede Art von Rechtsextremismus und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit muss ernst genommen und durch geeignete Maßnahmen bekämpft werden. Es gilt, Haltung zu zeigen und für eine gleichberechtigte, vielfältige und demokratische Gesellschaft einzustehen.

Bleiben wir dran – zusammen!

Sehen Sie hier (bitte ganz nach unten scrollen) unseren Dokumentarfilm in voller Länge.