Werkhalle

Das Projekt Werkhalle vermittelt jungen Geflüchteten aus Erstaufnahmeeinrichtungen und unterschiedlichen Gemeinschaftsunterkünften in München praktische Fertigkeiten in verschiedenen Gewerken, verbunden mit Sprachtraining und minimalem schulischem Wissen.

Das zeichnet unsere Arbeit aus

Werkhalle Fotogalerie

Das Projekt Werkhalle nutzt einen Raum in der Halle 36 auf dem Gelände der Bayernkaserne. Die Werkhalle wurde 2015 vom KINDERSCHUTZ MÜNCHEN mit Werkbänken und Handwerksmaterial für 10 Trainingsplätze ausgestattet.

Aktuell werden fest strukturierte Trainingskurse, in der Regel im 4-Wochentakt angeboten. Jeweils 10 junge Flüchtlinge können diesen 4-wöchigen Kurs durchlaufen.

In Anpassung an die jeweilige individuelle Situation der jungen Geflüchteten wird flexibel auf Bedarfe reagiert. Die Teilnahme an den Kursen in der Werkhalle ist freiwillig. Die teilnehmenden Flüchtlinge kommen in der Regel regelmäßig, zuverlässig und sehr motiviert. Jede Absolventin und jeder Absolvent erhält eine Teilnahmebestätigung.

Die Werkhalle hat sich zu einem großen Erfolgsprojekt entwickelt.

Zielgruppe

Junge Geflüchtete zwischen 18 und 21 Jahren, die in Erstaufnahmeeinrichtungen oder unterschiedlichen Gemeinschaftsunterkünften leben. Bei Bedarf auch für junge Flüchtlinge ab 16 Jahren.

Ziel des Projektes Werkhalle

Ziel ist die Motivation, Aktivierung und Sensibilisierung der Jugendlichen für handwerkliche Belange, das Kennenlernen oder Wiedererleben eines geregelten Tagesablaufes, die Vermittlung naturwissenschaftlicher (einfache Rechenübungen) und sprachlicher Grundkenntnisse sowie Alltagswissen über die neue Lebenswelt.

Jungen Erwachsene in Unterkünften (Gus/DUs) soll mit dem Projekt Zugang zu Bildung und somit gesellschaftlicher Teilhabe ermöglicht werden. Neben der Bildung im handwerklich-praktischen Bereich, dem Spracherwerb und dem theoretischen Wissen ist die Vermittlung wesentlicher Werte, Normen und Einstellungen sowie der Austausch darüber ein wesentlicher Bestandteil der Kurse in der Werkhalle.

Die jungen Menschen haben zum Teil ein enormes Potenzial, das brachliegt. Die Werkhalle kann mit ihren Kursen einen kleinen Beitrag leisten jungen Menschen einen sinnvollen und strukturierten Tagesablauf zu bieten, es kann eine gezielte Förderung geleistet werden und ggf. können junge Flüchtlinge gezielt an Betriebe weitervermittelt werden. Das Angebot kann somit auch einen guten Beitrag zur Integration von Flüchtlingen leisten und Gefahren z.B. von Kriminalisierung aufgrund fehlender Perspektiven entgegenwirken.

Was soll erreicht werden?

Gemeinsam werden bestimmte theoretische Inhalte erarbeitet. Die praktische Arbeit erfolgt ebenfalls in Gruppen aber auch einzeln -  z. B. an gemeinsamen neuen Projekten oder an den aufgetragenen Aufgaben in den o. g. Bereichen. Es entstehen dabei immer wieder sehr schöne Werkstücke. Kleine, selbst geschaffene Artikel können die Teilnehmer zur Erinnerung an den Kurs auch gerne mitnehmen.

Die Kurse waren von unserer Seite zeitlich anfangs unbegrenzt. Wegen der großen Nachfrage in der o. g. aktuellen Altersgruppe, durchlaufen die Teilnehmer derzeit die o. g. Bereiche in 4 Wochen. Danach erhält jeder Teilnehmer eine Teilnahmebestätigung . Am vierten/letzten Freitag, gibt es zum Abschluss einen gemeinsamen  Nachmittag, an dem zusammen gekocht, gegessen und gespielt wird.

Leistungen

Jeder Tag (Montag bis Freitag) beginnt um 09:00 Uhr mit einem einstündigen Orientierungs-Kurs. Die Teilnehmer*innen bauen dabei ihren Wortschatz auf, bzw. erweitern diesen. Es werden wichtige bereichsbezogene, aber auch alltägliche Themen oder Nachrichten, die die jungen Flüchtlinge  z. T. nicht oder falsch verstanden haben besprochen sowie sprachliche Grundkenntnisse vermittelt. Danach wird bis 12.00 Uhr praktisch gearbeitet. Nach einer Mittagspause von  12:00 bis 13:00 Uhr wird bis 16.00 Uhr weiterhin praktisch gearbeitet.

Die Teilnehmer*innen  werden in die handwerklichen Bereiche Holz, Farbe, Metall und Elektro eingeführt. In unserer einfach ausgestatteten Werkhalle lernen Sie die Benennungen der Werkzeuge, Maschinen, des vorhandenen Materials usw. kennen. Sie werden mit internen Hausregeln, aber auch mit  allgemeinen und speziellen Sicherheitsvorschriften konfrontiert.

Stimmen der Teilnehmenden

  1. An meine Eltern kann ich mich nicht erinnern und meine Großmutter wollte mir nie über sie erzählen. Du behandelst mich wie mein Vater. Ich habe so viel von dir gelernt und kann dir nie genug danken. Ich hatte Angst davor, dass ich die deutsche Sprache nie lernen werde. Du hast mir den Weg gezeigt. (Hadi, Afghanistan/Iran, 16)
  2. Ich würde den ganzen Tag hier in der Werkhalle verbringen, wenn das möglich wäre. Ich mag diesen Raum, die Art wie du mit uns umgehst und alles was wir bei dir lernen. Es tut mir jetzt schon Leid, wenn ich daran denke, dass ich mal nicht mehr her kommen kann (Abdoulie, Ghambia, 17)
  3.  Du nimmst dir so viel Zeit für uns. Du erklärst uns viel und beantwortest unsere Fragen. Ich habe schon einige andere Deutschkurse besucht, konnte dort aber oft nicht viel verstehen. Auch über mein Smartphone habe ich viel gelernt, aber mit dir fällt es mir viel einfacher diese Sprache zu lernen. (Mutaza, Afghanistan/Iran, 18)

Kooperationen

Kooperationen

In der Halle 36 sind weitere Akteure in der Betreuung von Flüchtlingen aktiv. Es findet eine enge Kooperation mit der Lernwerkstatt e.V. statt, die dem KINDERSCHUTZ MÜNCHEN die dortige Raumnutzung ermöglicht hat. Darüber hinaus kooperiert die Werkhalle mit den Einrichtungen des KINDERSCHUTZ MÜNCHEN in Freimann (HeideTreff Familienzentrum und HeideTreff NachbarschaftsTreff) sowie den Akteuren auf dem Gelände der Bayernkaserne.

Finanzierung

Das Angebot wurde bis 2016 durch die Landeshauptstadt München (Stadtjugendamt)  im Rahmen der Jugendhilfe für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge finanziert. Im Jahr 2017 ermöglicht eine Förderung durch den Aktionsplan der Landeshauptstadt München den Betrieb. Ab 2018 ist das Angebot auf eine Anschlussfinanzierung angewiesen.

Wir danken

SZ Adventskalender neu

Wir danken dem SZ Adventskalender für gute Werke e.V., der die Finanzierung der Werkhalle für 2018 mit seiner großzügigen Unterstützung ermöglicht. Für die Weiterführung ab 2019 sind wir aktuell bemüht, eine Regelfinanzierung zu erhalten.

Projektadresse

Werkhalle - Bayernkaserne, Halle 36
Heidemannstr. 60
80939 München

Kontakt

Martini

Werkstattleitung

Hubertus Martini
Tel: 0-151-11816248
Fax: 0-89-231716-7949
h.martiniSPAMFILTER@kinderschutz.de

Rüger

Fachleitung Stadtteilangebote Messestadt Riem und Migration/Geflüchtete

Pädagogin (M.A.) Claudia Rüger
Tel: 0-89-231716-7911
Fax: 0-89-231716-7919
c.ruegerSPAMFILTER@kinderschutz.de

Postanschrift

KINDERSCHUTZ MÜNCHEN
Werkhalle - c/o Geschäftsstelle
Liebherrstr.5
80538 München

Telefon: 0-89-231716-9910
Telefax: 0-89-231716-9919
E-Mail: c.ruegerSPAMFILTER@kinderschutz.de